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Berichte über das U-Boot "Kursk". 

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Explosion oder Kollision?

Zu schnelles Tauchmanöver?

Atomraketen auf dem Meeresgrund

Offizielle Trauerfeier abgesagt 

Russland trauert um die Toten der 'Kursk' 

Scharfe Kritik an Präsident Putin

Geht radioaktive Strahlung von der 'Kursk' aus?

Russland trauert um die Toten der "Kursk"

Trauerfeier auf See abgesagt

Erstes Treffen mit Angehörigen

Proben ergaben keine erhöhte Radioaktivität

Greenpeace warnt vor radioaktiver Verseuchung

Spekulationen über Unglücksursache

Angeblich Teile eines anderen U-Bootes entdeckt

Westen weist Verdacht zurück

Moskauer Tageszeitung: Fehlschuss als Unglücksursache

Bergungsarbeiten ruhen zunächst

Internationale Gemeinschaft soll helfen

Scharfe Kritik am russischen Vorgehen

Sergejew verteidigt Vorgehen des Militärs

Chronologie der Katastrophe

'Kursk' war eines der modernsten russischen U-Boote


 

 

Explosion oder Kollision?

Bild zeigt eine Skizze vom U-Boot unter Wasser. In einem Ausschnitt kann das Innere erkannt werden.Moskau. Zur Ursache des U-Boot-Unglücks kursieren widersprüchliche Theorien: Nach einer Darstellung der Regierungskommission wurde zunächst der Bug der 'Kursk' leckgeschlagen. Dadurch sei das 18.000 Tonnen schwere Boot vornüber in die Tiefe gerissen worden. Beim Aufprall auf den Meeresgrund habe eine gewaltige Explosion der gesamten Torpedo-Munition den Vorderteil des Boots zerrissen.

Unklar bleibt auch nach diesen Angaben, wie das Loch in dem dicken Titan-Panzer der 'Kursk' entstand. Die Rede ist zunächst einmal von der Kollision mit einem anderen Schiff oder U-Boot oder einer Mine. Das Leck könne aber auch eine erste kleinere Explosion im Inneren des Boot verursacht haben. Norwegische Seismologen hatten zwei Explosionen mit einem Abstand von zwei Minuten registriert, die erste schwächer.

In russischen Medien hielt sich über Tage die These von der Kollision mit einem Frachter oder einem amerikanischen oder britischen U-Boot. Letzteres wurde von den USA und Großbritannien zurückgewiesen.

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Zu schnelles Tauchmanöver?

Nach anderen Vermutungen könnte der Kapitän des U-Bootes ein schnelles Tauchmanöver in dem nur 100 Meter tiefen Gewässer angeordnet haben - möglicherweise um einer Kollision auszuweichen. Dabei habe sich das 155 Meter lange Boot nur wenige Sekunden später mit dem Bug in den Meeresboden gebohrt. Auch die norwegische Umweltschutzorganisation Bellona schloss einen solchen Navigationsfehler in dem zu flachen Wasser nicht aus. Stoff für Spekulationen lieferte die Nachricht, das Periskop des Bootes sei ausgefahren und verbogen.

Amerikanische Marineexperten vermuteten dagegen, dass die Explosion eines Torpedos der 'Kursk' zum Verhängnis geworden sein könnte. Möglicherweise sei ein Torpedo beim Abschuss im Rumpf stecken geblieben. Zunächst sei im Inneren des Bootes der Antrieb der Waffe explodiert. Zwei Minuten später, nachdem es den Seeleuten nicht gelungen sei, den brennenden Torpedo aus dem Rohr zu entfernen, explodierte auch der Sprengkopf, mutmaßten die Amerikaner. (dpa)

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Atomraketen auf dem Meeresgrund 

Bild zeigt U-Boot auf SeeMoskau. In der Barentssee ist das russische Atom-U-Boot 'Kursk' nach einem Störfall auf Grund gelaufen. Nachfolgend eine Chronik schwerer Zwischenfälle sowjetischer beziehungsweise russischer Atom-U-Boote:

4. Juli 1961: An Bord des ersten atombetriebenen Atom-U-Boots der Sowjetunion tritt nach einem Riss in einem Rohr der beiden Reaktoren radioaktive Strahlung aus. Der Kapitän und sieben Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

8. bis 10. März 1968: Ein dieselbetriebenes U-Boot der Golf-2-Klasse mit drei Atomraketen an Bord sinkt im Pazifik.

12. April 1970: Ein Atom-U-Boot der November-Klasse sinkt vor der spanischen Küste im Atlantik. Das U-Boot wurde mit zwei Atomreaktoren betrieben und hatte zwei Atom-Torpedos an Bord.

10. August 1985: Die Reparaturanlage für atombetriebene Schiffe Schkotow-22 wird durch eine Explosion verwüstet. Zehn Menschen kommen ums Leben, viele weitere sterben an den Folgen der Verstrahlung.

6. Oktober 1986: Ein Atom-U-Boot der Yankee-Klasse sinkt etwa 1000 Kilometer nordöstlich von Bermuda. Das U-Boot hatte 16 mit zwei Atomsprengköpfen bestückte Raketen und vermutlich zwei Atom-Torpedos an Bord.

7. April 1989: Nach einem Feuer an Bord sinkt ein U-Boot der Mike-Klasse vor der Nordküste Norwegens, 42 Besatzungsmitglieder kommen uns Leben. Das U-Boot war mit zwei Atom-Torpedos bestückt.

20. März 1993: Ein russisches Atom-U-Boot der Delta-3-Klasse stößt in der Barentssee mit einem Atom-U-Boot der USA zusammen. Beide Atom-U-Boote können zu ihren Stützpunkten zurückkehren.

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Offizielle Trauerfeier abgesagt 

Bild zeigt die TrauendenMoskau. Auf Bitten der Angehörigen hin ist die offizielle Trauerfeier für die 118 tödlich verunglückten Matrosen der 'Kursk' abgesagt worden. Ursprünglich sollte die Feier in Widjajewo stattfinden, dem Heimathafen der 'Kursk'. Die Entscheidung sie abzusagen, fiel bei einem Treffen von Präsident Putin mit rund 500 Angehörigen der 'Kursk'-Opfer, berichtet der russische Fernsehsender NTW.

Putin hatte den Familien der Matrosen sein Beileid ausgesprochen und ihnen die finanzielle Unterstützung des Staates zugesichert. Viele Angehörige wollen, dass vor einer Trauerfeier die Leichen der Matrosen geborgen werden. Bei ihrem Treffen mit Putin kritisierten sie erneut die russische Führung für ihr Verhalten nach dem Unglück.

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Russland trauert um die Toten der 'Kursk' 

Bild zeigt eine Frau, welche vor vielen Kerzen stehtMurmansk. Russland trauert: Das Land gedenkt der 118 Toten des U-Boot-Unglücks im Nordpolarmeer. Präsident Wladimir Putin hat eine eintägige Staatstrauer für die Besatzung des russischen Atom-U-Boots 'Kursk' angeordnet, das vor elf Tagen in der Barentssee gesunken war. Zum Zeichen der Trauer wurden die russischen Flaggen im ganzen Land auf halbmast gesetzt, während Fernsehen und Rundfunk ihre Unterhaltungsprogramme einstellten.

 

 

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Scharfe Kritik an Präsident Putin

Bild zeigt die russische Flagge auf HalbmastDie Familien der 'Kursk'-Opfer haben Präsident Putin zur Absage einer geplanten Trauerfeier für die toten Soldaten gezwungen (siehe Hintergrund: 'Offizielle Trauerfeier abgesagt'). Putin war am Dienstagabend erstmals seit dem Unglück mit Angehörigen der Opfer zusammengekommen. Der Präsident wird wegen seines Krisenmanagements in der U-Boot-Katastrophe scharf kritisiert. Unterdessen wird untersucht, ob von dem Wrack der 'Kursk' radioaktive Strahlung ausgeht.

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Bild zeigt ein U-Bootturm unter Wasser (sehr verschwommen)Geht radioaktive Strahlung von der 'Kursk' aus?

Norwegischen Angaben zufolge geht keine erhöhte Radioaktivität von dem Wrack der 'Kursk' aus. Die Strahlungswerte um den Ort der Havarie in der Barentssee seien normal, sagte ein Sprecher der norwegischen Strahlenschutzbehörde, Per Strand. Die norwegischen Tiefseetaucher hätten bei ihrem Einsatz "Proben innerhalb und außerhalb des U-Bootes genommen", so Strand. Die Untersuchung habe ergeben, dass aus den beiden Atomreaktoren an Bord keine Strahlung austrete.

Der Generalstabschef der russischen Armee, Viktor Krawschenko, widersprach Angaben, in der Nähe des Unglücksortes sei erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Eine russische Meteorologin hatte dem privaten Fernsehsender NTW gesagt, an der Küste nahe der 'Kursk' seien erhöhte Strahlenwerte festgestellt worden.

Der international bekannte Umweltschützer und ehemalige Atomingenieur der russischen Nordmeerflotte, Alexander Nikitin sagte hingegen voraus, spätestens in sechs Wochen werde aus den Reaktoren atomare Strahlung austreten. Falls die Antriebsreaktoren beschädigt seien, werde dies sogar früher der Fall sein.

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Familien der «Kursk»-Opfer zwingen Putin zu Absage von Trauerfeier

 Moskau/Oslo (dpa) - Die Familien der «Kursk»-Opfer haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Absage einer geplanten Trauerfeier für die 118 Toten in dem gesunkenen Atom-U-Boot gezwungen. Vor dem Totengedenken müssten alle Seeleute vom Grund der Barentssee geborgen werden, verlangten sie bei einem Treffen mit dem Staatschef in der U-Boot-Basis Widjajewo am Dienstagabend. In ganz Russland war am Mittwoch dennoch Staatstrauer angeordnet.

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Russland trauert um die Toten der "Kursk"

Bild zeigt eine ältere Frau, welche eine Kerze zu vielen anderen hinzufügt"Ich fühle vollständige Verantwortung und Schuld für die Tragödie". Mit diesen Worten übernahm Russlands Präsident Wladimir Putin am Abend im russischen Fernsehen die Verantwortung für den Tod der 118 Seeleute an Bord des gesunkenen Atom-U-Boots "Kursk". Gleichzeitig sprach er sich dagegen aus, einzelne Männer der Militärspitze zu entlassen, bevor der Hergang des Unglücks vollständig aufgeklärt sei. Die angebotenen Rücktritte von Verteidigungsminister Igor Sergejew, Marinekommandeur Wladimir Kurojedow und Nordmeerflotten-Chef Wjatscheslaw Popow habe er daher abgelehnt, sagte Putin.

Ganz Russland gedachte an diesem Tag der 118 Toten des U-Boot-Unglücks im Nordpolarmeer. Präsident Wladimir Putin hatte die eintägige Staatstrauer für die Besatzung des russischen Atom-U-Boots "Kursk" angeordnet, das vor elf Tagen in der Barentssee gesunken war. Zum Zeichen der Trauer waren die russischen Flaggen auf dem Moskauer Kreml auf halbmast gesetzt, während Fernsehen und Rundfunk ihre Unterhaltungsprogramme einstellten.

In allen Garnisonen der russischen Flotte fanden Veranstaltungen zu Ehren der "Kursk"-Opfer statt. In den russisch-orthodoxen Kirchen wurden Gedenkgottesdienste gefeiert.

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Trauerfeier auf See abgesagt

Die geplante Trauerfeier auf hoher See wurde auf Bitten der Angehörigen abgesagt. Die Familien der Opfer wollen erst die Bergung der "Kursk" und der Toten abwarten.

Wie die "Kursk", die geflutet mehr als 25.000 Tonnen wiegt, geborgen werden soll, ist noch nicht klar. Die russische Regierung erstellt derzeit mit einem norwegischen Bergungsunternehmen einen Plan. Noch wurde nach norwegischen Angaben keine erhöhte radioaktive Belastung in der Umgebung des gesunkenen U-Bootes festgestellt.

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Erstes Treffen mit Angehörigen

Putin kehrte am Morgen nach Moskau zurück. Er war am Dienstagabend erstmals mit Angehörigen der Opfer in Widjajewo zusammengekommen. Während seiner Rede wurde er mit Rufen wie "Warum haben Sie so spät reagiert?" oder "Wie konnten Sie dem Militär nur glauben?" unterbrochen.

Putin sicherte den Familien der Opfer umfangreiche finanzielle Hilfe zu. Sie sollen zehn Jahre lang den Sold des ertrunkenen Seemannes erhalten - umgerechnet etwas mehr als 15.000 Mark. Die Hinterbliebenen baten, dass die Leichen unbedingt aus dem Wrack geborgen werden sollten und erhoben zahlreiche Vorwürfe gegen die Führung der Nordmeerflotte.

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Proben ergaben keine erhöhte Radioaktivität

Bild zeigt ein gesunkenes U-BootIm Wrack der "Kursk" ist keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Das teilte der norwegische Krisenstab zur Überwachung möglicher Umweltschäden nach dem Atom-U-Boot-Unglück mit. Norwegische Tieftaucher hatten nach Öffnung der Ausstiegsluke Wasserproben im hinteren Teil des U-Boot-Wracks entnommen. Diese haben keine ungewöhnliche radioaktive Strahlung enthalten.

Auch die russische Marine hat bislang keine erhöhte radioaktive Strahlung an dem Wrack festgestellt. "Militärspezialisten führen jede Stunde Messungen durch", sagte der Stabschef der Marine, Admiral Viktor Krawtschenko, der Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch. Die beiden Atomreaktoren der "Kursk" sind nach offiziellen russischen Angaben abgeschaltet und "für Jahrhunderte" sicher.

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Greenpeace warnt vor radioaktiver Verseuchung

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor einer radioaktiven Verseuchung der Barentssee. Ein Sprecher der Organisation sagte: "Wenn die Kursk auf dem Meeresgrund bleibt, ist es keine Frage ob, sondern wann aus den Reaktoren Radioaktivität entweicht. Das Wrack ist eine Zeitbombe für die Umwelt". Greenpeace fordert, dass das U-Boot gehoben wird.

Dagegen sagte der Nuklearexperte Gerhard Schmidt im ZDF-Morgenmagazin, dass die beiden Reaktoren zwar die Barentssee radioaktiv belasten könnten, an dem Zustand des U-Boots werde sich jedoch in naher Zukunft nichts ändern.

Der international bekannte Umweltschützer und ehemalige Atomingenieur der russischen Nordmeerflotte, Alexander Nikitin, sagte hingegen, wenn die Antriebsreaktoren der "Kursk" beschädigt seien, werde in spätestens sechs Wochen atomare Strahlung austreten. Es werde nicht leicht sein, dies zu überwachen, weil die Strömung und die Wassermassen das spaltbare Material breit verteilten.

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Spekulationen über Unglücksursache

Bild zeigt ein fahrendes U-Boot auf hoher aber ruhiger SeeNorwegische Militärstellen haben am Dienstag russische Behauptungen über die angebliche Kollision mit einem anderen U-Boot oder Schiff scharf zurückgewiesen. Der Oberkommandierende der Nordstreitkräfte, Einar Skorgen, sagte in Bodö, dies sei "interne russische Propaganda".

Stabssprecher Kjell Grandhagen erklärte in der Zeitung "Dagbladet", dass sowohl nach Messungen seismologischer Institute wie auch durch Beobachtungen von dem in der Barentssee stationierten norwegischen Überwachungsschiff "Marjata" aus als sicher anzusehen sei, dass es am Samstagmorgen zwei Explosionen an Bord der "Kursk" gegeben habe. Die erste und kleinere sei durch ein Waffensystem an Bord ausgelöst und selbst wiederum wahrscheinlich Ursache für die zweite und größere gewesen. Grandhagen sagte, es gebe dafür auch "andere Informationsquellen" als die eigenen Messungen, machte aber keine näheren Angaben.

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Angeblich Teile eines anderen U-Bootes entdeckt

In der Nähe der "Kursk" hat die russische Marine angeblich Teile eines ausländischen U-Bootes entdeckt. Dies berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Militärkreise. Die Teile "ähneltem dem Geländer des Turms eines fremden U-Bootes, am wahrscheinlichsten dem eines britischen", hieß es. Jedoch sei unklar, ob die 330 Meter vom Wrack entfernt gefundenen Teile nicht schon "sehr lange auf dem Grund der Barentssee liegen".

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Westen weist Verdacht zurück

Das britische Verteidigungsministerium wies Mutmaßungen, ein britisches U-Boot könne die "Kursk" gerammt haben, entschieden zurück. Zur Zeit des Unglückes habe sich kein britisches Schiff in der Nähe der Unfallstelle befunden. Bei der Identifizierung möglicherweise von den Russen gefundener Gegenstände sei man gerne bereit zu helfen, sagte ein Sprecher in London. Die USA schlossen eine Kollision mit einem amerikanischen Schiff kategorisch aus.

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Moskauer Tageszeitung: Fehlschuss als Unglücksursache

Eine Moskauer Tageszeitung hat berichtet, der russische Raketenkreuzer "Peter der Große" habe die "Kursk" beim Test eines neuen Waffensystems versenkt. Um diesen tragischen Fehlschuss zu vertuschen, hätte die russische Regierung westliche Hilfe zunächst nicht angenommen, hieß es. Die "Kursk" habe selbst diese streng geheime Waffe getestet, berichtete eine russische Boulevardzeitung. Dabei sei es zu einer Explosion gekommen.

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Bergungsarbeiten ruhen zunächst

Bild zeigt ein Rettungs-U-BootWas mit der "Kursk" geschehen soll, ist derzeit noch unklar. Die Konstrukteure des U-Bootes sondieren nach eigenen Angaben Wege, das 17.000 Tonnen schwere Boot aus 108 Meter Tiefe in flacheres Gewässer zu heben. Das norwegische Tauchunternehmen Stolt Offshore soll einen Plan für die Bergung der "Kursk" ausarbeiten. Nach anfänglich ablehnenden Aussagen zu einem entsprechenden Auftrag wegen zu hoher Risiken erklärte die Firmenleitung in Stavanger am Dienstag, man werde innerhalb von zwei Wochen endgültig entscheiden, ob man die Arbeit in 108 Meter Tiefe ausführen werde oder nicht.

Die westlichen Taucher haben mit der "Seaway Eagle" den Unglücksort in der Barentssee am Dienstag verlassen. Erstmals seit Tagen arbeiten weder russische noch westliche Spezialisten an dem Wrack in 100 Meter Tiefe. Eine Fortsetzung der Arbeit sei wegen der Atomreaktoren zu riskant, sagte der Sprecher des Unternehmens Stolt Offshore, Leif Aspen, in Stavanger. Es werde Wochen dauern, um eine Bergung vorzubereiten. So müsse unter anderem ein größeres Loch in die "Kursk" geschnitten werden. Die Firma ist spezialisiert auf die Unterstützung bei der Suche und Ausbeutung der Ölfelder in der Nordsee.

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Internationale Gemeinschaft soll helfen

Ilja Klebanow, stellvertretender Ministerpräsident Russlands, appellierte an die internationale Gemeinschaft, Hilfe für die Bergung des Wracks zur Verfügung zu stellen: "Kein Land kann allein eine solche Aktion bewältigen." Experten zufolge ist eine Bergung des Wracks teuer und gefährlich, da bei der Hebung des Schiffes die Reaktoren beschädigt und Radioaktivität freigesetzt werden könnte.

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Scharfe Kritik am russischen Vorgehen

Zeigt U-Boot an der Pier - mit zwei SeeleutenDie Kritik am Verhalten der russischen Behörden im Zusammenhang mit dem Unglück nimmt weiter zu. Der Duma-Abgeordnete Boris Nemzow von der liberalen Union der Rechten Kräfte forderte eine parlamentarische Untersuchungskommission zu dem Unglück. Diese solle die Unglücksursache klären und herausfinden, ob die Regierung und das Militär alles unternommen hätten, um die Seeleute zu retten, sagte er dem Fernsehsender NTW.

Auch der norwegische Konteradmiral Skorgen beklagte die schwerfällige russische Bürokratie, insbesondere was die Weitergabe von Fakten anging.

Der kommunistische Duma-Präsident Gennadi Selesnjow machte das Militär mitverantwortlich. Diese habe Präsident Wladimir Putin anfangs nicht über das volle Ausmaß der Katastrophe informiert. Putin war kritisiert worden, weil er seinen Urlaub nicht abgebrochen hatte, um zum Unglücksort zu reisen.

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Sergejew verteidigt Vorgehen des Militärs

Verteidigungsminister Sergejew sagte dagegen, er könne nicht erkennen, dass bei den Rettungsbemühungen größere Fehler gemacht worden seien. Er könne allerdings nicht ausschließen, dass es zu kleineren Fehlern gekommen sei. Zugleich übernahm Sergejew in einem Interview mit dem Sender ORT die Verantwortung für die Rettungsoperation. Auch nahm Sergejew Präsident Wladimir Putin gegen heftige öffentliche Kritik in Schutz, nicht selbst an die Unglücksstelle geflogen zu sein.

Am Montag war spekuliert worden, die heftige öffentliche Kritik an den Rettungsarbeiten und an Putins passiver Reaktion könne zu personellen Konsequenzen führen, etwa auch zur Ablösung Sergejews. Putin war in der russischen Öffentlichkeit wie im Westen scharf kritisiert worden, weil er trotz der Katastrophe seinen Urlaub am Schwarzen Meer nicht abgebrochen hatte. Ihm wurde auch vorgeworfen, zu spät die Hilfsangebote aus dem Westen angenommen zu haben.

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Chronologie der Katastrophe

Bild zeigt ein russisches U-Boot. Liegt festgezurrt an der Pier.Das russische Atom-U-Boot "Kursk" liegt seit dem 12.August auf dem Grund der Barentssee. Bisher waren alle Rettungsverrsuche vergeblich.

Samstag, 12. August: Norwegische Seismologen registrieren gegen 09.30 Uhr MESZ zwei Unterwasser-Explosionen in der Barentssee. Vermutlich handelt es sich um den Unfall der "Kursk". Um 21.30 Uhr MESZ meldet sich das Boot nicht für einen vereinbarten Funkkontakt.

Sonntag, 13. August: Um 01.21 MESZ wird das Boot auf dem Meeresgrund etwa 180 Kilometer nordöstlich des Hafens Murmansk entdeckt. Gegen acht Uhr treffen Rettungsschiffe am Unglücksort ein. Die eingeschlossenen Seeleute hämmern SOS-Zeichen an die Schiffswand. Die Öffentlichkeit weiß noch nichts von dem Unglück.

Montag, 14. August: Kurz vor 09.00 Uhr MESZ, vermutlich erst etwa 48 Stunden nach dem Unglück, gibt die russische Marine die Havarie der "Kursk" bekannt. Die Zahl der Besatzungsmitglieder wird am Abend mit 116 angegeben, Tage später auf 118 korrigiert.

Dienstag, 15. August: Mini-U-Boote stellen ein großes Leck am Bug des Bootes fest. Bei starker Unterwasserströmung und einer Sicht von nur zwei Metern versuchen die Piloten der Rettungskapseln in der Nacht immer wieder vergeblich, an die Ausstiegsluken der "Kursk" anzudocken. Die Klopfsignale aus dem U-Boot werden schwächer.

Mittwoch, 16. August: Nach tagelanger Verzögerung nimmt Russland das westliche Hilfsangebot zur Rettung der "Kursk" an. Das britische Rettungs-U-Boot "LR5" wird nach Norwegen geflogen und wird an Bord eines Spezialschiffes auf den Weg gebracht. Es wird dort erst am Samstag erwartet. Aus der "Kursk" sind keine Klopfsignale mehr zu hören.

Donnerstag, 17. August: Weiterhin scheitern alle Versuche, russische Rettungskapseln an das schräg liegende Boot anzudocken.

Freitag, 18. August: Nach ersten Experten-Schätzung müssten jetzt die Sauerstoff-Reserven an Bord zur Neige gehen. Marinechef Wladimir Kurojedow hofft jedoch, dass noch für eine Woche genügend Atemluft in der "Kursk" sein könnte. Die Piloten der Rettungskapseln versuchen immer wieder vergeblich, an der Ausstiegsluke des Boots anzulegen.

Samstag, 19. August: Die russische Marine teilt mit, dass die gesamte Mannschaft der "Kursk" vermutlich tot ist. Erst jetzt treffen die britischen und norwegischen Retter am Unglücksort ein.

Sonntag, 20. August: Am Vormittag werden norwegische und britische Tieftaucher zum Wrack der "Kursk" herabgelassen. Die Ausstiegsluke kann zunächst nicht geöffnet werden. Während die russische Marine mitteilt, die Klappe sei schwer beschädigt, weist die norwegische Marine diese Angaben zurück.

Montag, 21. August: Die Taucher öffnen die äußere und innere Ausstiegsluke. Der Innenraum des U-Boots ist nach ihren Angaben voll Wasser, so dass niemand mehr an Bord am Leben sei.

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'Kursk' war eines der modernsten russischen U-Boote

Bild zeigt ein modernes russisches U-Boot im HafenDie in der Barentssee verunglückte "Kursk" gehörte zu den modernsten russischen U-Booten. Die beiden Atomreaktoren an Bord haben eine Kapazität von jeweils 190 Megawatt und sind damit die stärksten, die auf russischen Atom-U-Booten eingesetzt werden.

Die "Kursk" war ein Boot der "Antej-Klasse", die NATO nennt diese Bootsklasse "Oscar-II". Sie wurde 1994 in der nordrussischen Marinebasis Sewerodwinsk gebaut und 1995 in Dienst gestellt. "Antej"-U-Boote sind die neueste Bauart der russischen Marine. Die Flotte verfügt über sieben gleichartige U-Boote im Nordmeer und vier im Pazifischen Ozean. Die U-Boote sind 154 Meter lang, knapp 20 Meter hoch und haben eine Wasserverdrängung von rund 18.000 Tonnen. Ihr Tiefgang beträgt neun Meter, die maximale Tauchtiefe 500 Meter. U-Boote der Oscar-II-Klasse sind in zehn Kammern aufgeteilt. Die zwei Druckwasserreaktoren mit einem Reaktorkern des Modells OK-650 b entwickeln eine Antriebskraft von zwei Mal 50.000 PS. Die Oscar-II-Boote können 24 Atomsprengköpfe tragen. Auf der "Kursk" befinden sich nach Angaben der russischen Marine allerdings keine Atomwaffen.

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